Internet

Das Jahr 1983 wurde dann zum großen Wendepunkt in der Geschichte des ARPANET: die Kommunikationssoftware aller angeschlossenen Rechensysteme wurde vom alten Network Control Protocol (NCP) auf die unter der Leitung von Vinton Cerf (*1943) (Universität Stanford) und Robert Kahn (*1938) (DARPA) entwickelte Kommunikationsprotokollsuite TCP/IP umgestellt. Diese vom Department of Defense initiierte Umstellung auf das TCP/IP-Protokoll wurde notwendig, da NCP eine nur eingeschränkte Kommunikation über heterogene Netzwerke ermöglichte. Die Umstellung war eine entscheidende Voraussetzung für die weltweite Verbreitung, die dieses Netz der Netze schließlich fand. Ebenfalls 1983 wurde das ARPANET aufgespalten in einen militärisch (MILNET) und einen zivil zu nutzenden Bereich. Verwaltungs- und betriebstechnisch gab es jetzt zwei verschiedene Netzwerke, doch weil Gateways sie verknüpften, merkten die Nutzer nichts von dieser Auftrennung. Das ARPANET war zu einem ausgewachsenem Internet geworden. Das Anfang der 80er Jahre in das ARPANET integrierte CSNET (Computer Science Network) der amerikanischen National Science Foundation (NSF) verband immer mehr amerikanische Universitäten. Schließlich ermöglichte es dessen Nachfolger, das NSFNET, das alle Universitäten über einen eigens dazu geschaffenen Hochgeschwindigkeits-Backbone verband, dass jeder College-Studenten zum Internet-User werden konnte. So entwickelte sich das NSFNET sehr schnell zum eigentlichen Rückgrat des Internet, und das nicht nur, weil dessen Übertragungsleistung mehr als 25 mal schneller war als die des alten ARPANETs. Neben der wissenschaftlichen Nutzung etablierte sich über das NSFNET auch die wirtschaftliche Nutzung, die im ursprünglichen ARPANET streng untersagt war. Anfang der 1990er Jahre übertraf die Zahl der weltweit über das NSFNET vernetzten Computer bei weitem diejenige im ARPANET. Das DARPA-Management – die ARPA war mittlerweile in Defense Advanced Research Project Agency umbenannt worden – entschied deshalb im August 1989 anlässlich des 20-jährigen Bestehens des ARPANETs, dass es nun an der Zeit war, das ARPANET stillzulegen. Das NSFNET und die regionalen Netzwerke, die daraus hervorgegangen waren, wurden zum neuen, zentralen Backbone, zum Internet, wie wir es heute kennen.

Die Geburtsstunde des eigentlichen Internets wird oft gleichgesetzt mit der am 1. Januar 1983 erfolgten Umstellung vom bis dato gültigen Netzwerkprotokoll NCP auf die neue Protokollfamilie TCP/IP mit ihren Basisprotokollen IP (Internet Protocol) und TCP (Transmission Control Protocol), die bereits 1981 in Form von RFCs (Request for Comments), als Internetstandards festgelegt und veröffentlicht worden waren. Durch den Einsatz der TCP/IP Protokollfamilie wurde erstmals eine gemeinsame Zusammenschaltung unterschiedlicher Netzwerktechnologien auf einfache und effiziente Weise möglich.

Als am Abend des 2. November 1988 der erste Internetwurm, ein sich selbst reproduzierendes Programm, sagenhafte 10% der damals 60.000 an das Internet angeschlossenen Rechner lahmlegte, erregte dieser Vorfall großes Aufsehen in der Öffentlichkeit. Die Bedeutung, die Datennetze wie das Internet für das öffentliche Leben inzwischen erlangt hatten, und die zunehmende Abhängigkeit von diesen, ließen solche Angriffe zu einer direkten Bedrohung für das öffentlichen Leben werden, die – im Extremfall – inzwischen sogar ein ganzes Land und seine Wirtschaft in ein Informationschaos stürzen können.

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