Ein Leitungscode (Line Code) legt in der digitalen Datenübertragung fest, wie ein Signal auf der physikalischen Schicht übertragen wird. Dabei werden bestimmte Pegelfolgen, etwa Lichtintensitäten auf Glasfasern oder Spannungen bzw. Ströme auf elektrischen Leitungen, den einzelnen Bitfolgen zugeordnet. Hauptaufgabe der Leitungskodierung ist es, das zu übertragende Signal so zu formen, dass es möglichst optimal an die Eigenschaften des jeweiligen Übertragungsmediums angepasst ist.
Ein wichtiges Verfahren hierfür ist die Manchester-Kodierung. Die Manchester-Kodierung (1B2B Kodierung) ist eine einfache Leitungskodierung, bei der das Taktsignal aus dem übertragenen Signal wieder zurückgewonnen werden kann. Tatsächlich zählt die Manchester- Kodierung damit zu den phasenmodulierten Leitungskodierungen (Biphasen Leitungscode, Phase Shift Keying, PSK).
Die eigentliche Information wird jeweils aus den steigenden bzw. fallenden Flanken des Signals gewonnen. Dabei entspricht ein Wechsel des Signalpegels vom niedrigen zum hohen Pegel (steigende Flanke) einer logischen Null und der Wechsel von Eins nach Null (fallende Flanke) einer logischen Eins (siehe Abb.).

Damit wird sichergestellt, dass stets mindestens ein Signalwechsel pro Taktschritt (Bitintervall) stets in der Mitte des Taktintervalls auftritt und daraus der Systemtakt zurückgewonnen werden kann 2 . Das Signal des Manchester-Codes besitzt keine Gleichstromkomponente. Ein einzelner Übertragungsfehler kann bei Nichteintreten eines erwarteten Signalwechsels leicht erkannt werden. Eine einfache Variante zur Erzeugung eines Manchester-kodierten Signals kann durch die logische XOR-Verknüpfung eines Taktsignals mit einem Non-Return-to-Zero-kodierten Signal erreicht werden. Allerdings verdoppelt sich die Zahl der notwendigen Signalwechsel und damit auch die benötigte Bandbreite zur Übertragung des Signals.
