Physikalische Schicht



Manchester-Kodierung

Ein Leitungscode (Line Code) legt in der digitalen Datenübertragung fest, wie ein Signal auf der physikalischen Schicht übertragen wird. Dabei werden bestimmte Pegelfolgen, etwa Lichtintensitäten auf Glasfasern oder Spannungen bzw. Ströme auf elektrischen Leitungen, den einzelnen Bitfolgen zugeordnet. Hauptaufgabe der Leitungskodierung ist es, das zu übertragende Signal so zu formen, dass es möglichst optimal an die Eigenschaften des jeweiligen Übertragungsmediums angepasst ist.

Ein wichtiges Verfahren hierfür ist die Manchester-Kodierung. Die Manchester-Kodierung (1B2B Kodierung) ist eine einfache Leitungskodierung, bei der das Taktsignal aus dem übertragenen Signal wieder zurückgewonnen werden kann. Tatsächlich zählt die Manchester- Kodierung damit zu den phasenmodulierten Leitungskodierungen (Biphasen Leitungscode, Phase Shift Keying, PSK).

Die eigentliche Information wird jeweils aus den steigenden bzw. fallenden Flanken des Signals gewonnen. Dabei entspricht ein Wechsel des Signalpegels vom niedrigen zum hohen Pegel (steigende Flanke) einer logischen Null und der Wechsel von Eins nach Null (fallende Flanke) einer logischen Eins (siehe Abb.).

Signalübertragung

Damit wird sichergestellt, dass stets mindestens ein Signalwechsel pro Taktschritt (Bitintervall) stets in der Mitte des Taktintervalls auftritt und daraus der Systemtakt zurückgewonnen werden kann 2 . Das Signal des Manchester-Codes besitzt keine Gleichstromkomponente. Ein einzelner Übertragungsfehler kann bei Nichteintreten eines erwarteten Signalwechsels leicht erkannt werden. Eine einfache Variante zur Erzeugung eines Manchester-kodierten Signals kann durch die logische XOR-Verknüpfung eines Taktsignals mit einem Non-Return-to-Zero-kodierten Signal erreicht werden. Allerdings verdoppelt sich die Zahl der notwendigen Signalwechsel und damit auch die benötigte Bandbreite zur Übertragung des Signals.



Physikalische Schicht

Die Protokolle in den einzelnen Schichten des TCP/IP-Referenzmodells des Internets setzen alle auf einem physikalischen Übertragungsmedium auf. Daher ist in diesem Zusammenhang auch oft die Rede von der sogenannten physikalischen Schicht (Physical Layer), die selbst nicht Bestandteil des eigentlichen TCP/IP- Referenzmodells ist. Zusammen mit den vier Schichten des TCP/IP-Referenzmodells bildet sie das hybride TCP/IP-Referenzmodell. Allgemein werden in der physikalischen Schicht alle physikalischen und technischen Eigenschaften eines zur Datenübertragung genutzten, physikalisches Mediums definiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Wechselwirkung zwischen der Netzwerk-Hardware und dem physikalischen Übertragungsmedium.

Festgelegt werden müssen das Layout der Steckverbindungen, deren elektrische bzw. optische Parameter, die Spezifikation der physikalischen Beschaffenheit von Kabeln (elektrisch und optisch), als auch die Spezifikation von Verstärkerelementen, Netzwerkadaptern sowie die verwendeten Datenübertragungsverfahren. Die Grundlage jeder Kommunikation ist die Signalübertragung, d.h. der Transport von Signalen über ein geeignetes Übertragungsmedium, das diese Signale über eine räumliche Distanz weiterleitet. Der Sender nutzt zur Aktivierung eines Übertragungskanals im Übertragungsmedium und zum anschließenden Absetzen einer weiterzuleitenden Nachricht eine Signalquelle, der Empfänger am anderen Ende des Übertragungsmediums besitzt zur Aufnahme des übertragenen Signals eine entsprechende Signalsenke.

Signalübertragung

Die physikalische Schicht erhält von der darüberliegenden Schicht einen binären Datenstrom aus Nullen und Einsen, der in physikalische Signale übersetzt werden muss. Diese Umsetzung erfolgt mit Hilfe von unterschiedlichen Modulationsverfahren, mit denen über die Variation einzelner bzw. mehrerer Signalparameter Information in das übertragene Signal eingeprägt wird. Die Verfahren unterscheiden sich in der Wahl der variablen Signalparameter, der jeweils gewählten Stärke der Variation und deren Kombination miteinander, wodurch sich unterschiedliche Mengen an Information in gleicher Zeit übertragen lassen. Auf der Seite des Empfängers müssen diese Signale mit Hilfe eines Demodulationsverfahrens wieder aus dem physikalischen Übertragungsmedium zurück in einen Strom binärer Information zurückübersetzt werden.

Da sich im Internet viele Teilnehmer ein gemeinsam genutztes Kommunikationsmedium teilen, müssen Verfahren zur effizienten und gerechten Ressourcenzuteilung eingesetzt werden. Der logische Teil zur Lösung dieser Aufgaben obliegt den höher gelegenen Protokollschichten, während auf der physikalischen Schicht die Voraussetzung für die gemeinsame Nutzung des physikalischen Kommunikationsmediums geschaffen werden müssen. Dazu werden bestimmte Bereiche der zu variierenden Signalparameter, wie z.B. Zeit oder Frequenz, bzw. deren Kombination den einzelnen Teilnehmern zugeordnet, so dass diese sich während einer Übertragung nicht gegenseitig stören. Je nach gewähltem physikalischen Kommunikationsmedium und Datenübertragungsverfahren kommen unterschiedliche Verfahren des Multiplexings und Demultiplexings zum Einsatz.