E-Mail Emoticons – Gefühle in E-Mails

Die Kommunikation via E-Mail – ähnlich jeder Form der schriftlichen Kommunikation – ist alleine auf den Kommunikationskanal der Schrift festgelegt, d.h. der persönlichen Kommunikation fehlen zusätzliche Informationskanäle, wie z.B. Gestik und Mimik des Gegenübers, Intonation und Betonung des gesprochenen Wortes. Um diese zusätzlichen Informationen schriftlich zu fixieren, bedarf es entweder beschreibender oder erklärender Worte, bzw. man entwirft eine zusätzliche Kodierung, um die Intention einer sprachlichen Äußerung klar zu machen. Letzteren Weg nahm auch die Kommunikationsform der E-Mail, da in dieser elektronischen Form der Kommunikation ebenso wie bei SMS oder neuerdings auch Twitter möglichst viel Information auf möglichst wenig Raum untergebracht werden muss.

Daher haben sich sogenannte Emoticons etabliert, mit denen der Autor einer elektronischen (Kurz-)Nachricht über seine Stimmungslage bzw. über die Intention der getroffenen Aussage zusätzliche Informationen angegeben kann. Bereits 1964 erfand der Werbegrafiker Harvey Ball (1921–2001) das Original-Smiley, als er für die Versicherungsgesellschaft State Mutual Life Assurance Cos. of America einen Ansteckbutton zur Motivation der Mitarbeiter entwerfen sollte. Dazu zeichnete er einfach einen Kreis, malte ihn gelb aus, setzte zwei Punkte und darunter einen Halbkreis hinein: fertig war der ”Smiley“ (UTF-8 Zeichen: ☺) .

Das elektronische Gegenstück zum Smiley wurde erstmals am 19. September 1982 von Scott E. Fahlman (*1948) vorgeschlagen und kann mit Hilfe des regulären ASCII-Zeichensatze unabhängig von einer Unterstützung durch Grafikzeichensätzen geschrieben werden. Dabei steht :-) für positive Gefühle und Witz und :-( gegenteilig für negative Gefühle. Die Zeichenfolgen deuten dabei ein nach links gekipptes Gesicht an, das fröhlich bzw. traurig dreinschaut. Schnell entwickelten sich zahlreiche Varianten mit unterschiedlichster Bedeutung, mit deren Hilfe ein Autor elektronischer Texte seine Stimmungslage bzw. seine persönliche Intention mit einfachsten Mitteln (ASCII-Zeichen) ausdrücken kann.

Was ist Pretty Good Privacy (PGP)?

Von Phil Zimmerman 1991 entwickeltes System zur sicheren Abwicklung des E-Mail-Nachrichtenverkehr. PGP ist frei verfügbar für die meisten Hardwareplattformen und Betriebssysteme und bietet E-Mail-Nachrichten-Verschlüsselung mit symmetrischen Schlüsselverfahren (Triple-DES, IDEA, CST), Sicherung des symmetrischen Schlüssels über ein asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren (RSA-Kryptosystem), sowie Sicherung der Integrität von E-Mail-Nachrichten (MD5 Message Digest) und Wahrung der Authentizität der Kommunikationspartner (digitale Signaturen). PGP ist das am weitesten verbreitete System zum sicheren Umgang mit E-Mail-Nachrichten.

Base64 Kodierung

Allgemein beschreibt die Base64 Kodierung ein Verfahren zur Kodierung von 8 Bit Binärdaten in eine Zeichenfolge, die nur aus lesbaren ASCII-Zeichen (A–Z, a–z, 0–9, +/=) besteht. Es kommt insbesondere zur Kodierung bei multimedialen E-Mail Inhalten im MIME-Standard zur Anwendung, da für das E-Mail Nachrichtenformat die Verwendung des 7 Bit US-ASCII Codes vorgeschrieben ist. Zur Kodierung werden jeweils drei Bytes des Bytestroms (entspricht 24 Bits) in vier 6 Bits lange Blöcke aufgeteilt. Jeder dieser 6 Bits langen Codeblöcke entspricht einer Zahl zwischen 0 und 63.

Ist die Gesamtzahl der Eingabebytes nicht durch drei teilbar, wird der zu kodierende Text am Ende mit aus Nullbits bestehenden Füllbytes aufgefüllt, so dass sich eine durch drei teilbare Anzahl von Bytes ergibt. Bei einem n Bytes langen binären Bytestrom berechnet sich der Platzbedarf für den Base64-kodierten Inhalt in z Bytes als

Eine kurze Geschichte der E-Mail

Bevor Nachrichten mit Hilfe von digitalen Rechnernetzwerken übertragen wurden, konnten diese als Brief oder Telegramm bzw. später auch als Fernschreiben oder Fax übermittelt werden. Allerdings wurde die Übermittlung von einfachen Textnachrichten von den Entwicklern des ARPANETs in den 1960er Jahren eher als nebensächlich betrachtet. So betonte Larry Roberts, der spätere Direktor des ARPA Information Processing Techniques Office (IPTO), dass ein Nachrichtenaustauschsystem (Message Handling System) ein möglicher Anwendungszweck für ein verteiltes Rechnernetzwerk wäre, doch würde dieser Zweck allein den Aufbau des ARPANETs nicht rechtfertigen.

Eine der am Aufbau des ARPANETs beteiligten Firmen war BBN (Bolt, Beraneck, and Newman). Der BBN Ingenieur Ray Tomlinson beschäftigte sich dort Ende der 1960er Jahre mit dem Programm SNDMSG, das für die Übermittlung von Nachrichten zwischen den Benutzern eines Großrechners sorgte und dem CPYNET Protokoll zum Dateitransfer zwischen Rechnern im Netzwerk. Über das SNDMSG Programm konnte ein Benutzer eines Computers einem anderen Benutzer Text in dessen Mailbox hinzufügen. Eine Mailbox war dabei nichts anderes als eine einzelne Datei, die nur ein Benutzer – der Besitzer der Mailbox – lesen konnte.

benutzername@rechnername

Erste Ideen zur Verteilung von Dokumenten über sogenannte Mailinglisten wurden bereits in sehr frühen RFCs dokumentiert, so z.B. RFC 95 und RFC 155. Auch ein erstes rudimentäres Mailbox-Protokoll wurde bereits 1971 in RFC 196 ” A Mail Box Protocol“ spezifiziert. Ebenfalls 1971 kam Tomlinson auf die Idee, CPYNET und SNDMSG zu verbinden, um so Nachrichten an Benutzer auf anderen Rechnern im Netzwerk zu versenden. Dabei kam er auch auf die Idee, den Namen des Benutzers und des jeweiligen Rechners im Netzwerk durch ein ” @“-Zeichen zu verbinden.

In Deutschland wurde die erste Internet E-Mail am 3. August 1984 um 10:14 MEZ von Michael Rotert (* 1950) an der Universität Karlsruhe empfangen. Zu Beginn der 1980er Jahre wurden in zahlreichen Netzwerkumgebungen Systeme zur Nachrichtenübertragung entwickelt, wie z.B. Mailbox-Systeme, X.25, Novell oder BTX. Allerdings wurden diese durch die zunehmende Verbreitung des Internets und des Internet E-Mail Dienstes bis Mitte der 1990er Jahre zusehends verdrängt. Die E-Mail entwickelte sich schnell zum populärsten Dienst im Internet. Im Jahr 2010 wurden täglich 294 Milliarden E-Mails von mittlerweile annähernd 1,88 Milliarden E-Mail Benutzern versendet, wobei der Anteil an unerwünschter SPAM E-Mail erschreckenderweise bei fast 90% lag.

Elektronische Post – E-Mail

Der älteste populäre und heute noch immer einer der meistgenutzten Dienste im Internet ist die elektronische Post, der sogenannte Electronic Mail Service (E-Mail). Die ersten E-Mail-Systeme kamen bereits kurz nach dem Start des ARPANET auf und bestanden lediglich aus einem Dateitransferprogramm zusammen mit der Konvention, dass die erste Zeile jeder zu versendenden Nachricht mit der Adresse des Empfängers zu starten hatte. Ray Tomlinson (*1941), der als Ingenieur bei der Firma BBN beschäftigt war, einem Forschungsunternehmen, das federführend an der Entwicklung des ARPANETs beteiligt war, gilt als Erfinder der modernen E-Mail.

Die Nachfrage nach einem komfortablen E-Mail-Protokoll, das auch in der Lage war, Mitteilungen an mehrere Empfänger gleichzeitig zu senden, und einen optionalen Quittierungsmechanismus bereitstellte, mit dem der Sender feststellen konnte, ob seine Mitteilung überhaupt den Empfänger erreicht hat, wuchs zusehends. So wurden bereits 1982 die ersten RFCs für das heute noch gültige E-Mail-Protokoll veröffentlicht (RFC 821 und RFC 822). Interessant zu bemerken, dass sich dieser nicht-kommerzielle Vorschlag von einigen Informatik-Studenten gegen ein von der ITU-T als X.400 standardisiertes E-Mail-System durchsetzen und dieses fast vollständig verdrängen konnte.

Internet Engineering Task Force – IETF

Die Internet Engineering Task Force (IETF) ist eine der beiden wichtigsten Organisationen, die unter dem Dach des IAB arbeiten. Die Aufgabe der IETF liegt in der Lösung von kurz- bis mittelfristigen Problemen zur technischen Weiterentwicklung des Internets, um dessen Funktionsweise zu verbessern. Im Gegensatz zur eher forschungsorientierten Internet Research Task Force (IRTF), kümmert sich die IETF um die kurzfristig zu lösenden Probleme des Internets, insbesondere um die Standardisierung der im Internet eingesetzten Kommunikationsprotokolle. Zu den Aufgaben zählt die Erarbeitung von hochqualitativen, relevanten technischen Dokumentationen für die Internetprotokolle. Die IETF ist eine offene, internationale Vereinigung von Freiwilligen, in der sowohl Netzwerktechniker, Hersteller, Netzbetreiber und Forscher als auch Internetanwender mitwirken. Eine Mitarbeit steht jedem Interessierten offen. Es existiert keine förmliche Mitgliedschaft oder Mitgliedsvoraussetzung. Als lose Organisation besitzt die IETF keine Rechtsform und ist daher formell unter dem Dach der Internet Society (ISOC) tätig.

Logo der Internet Engineering Task Force

Die IETF existierte bereits als eine der zum ICCB, dem Vorgänger des IAB, gehörenden Task Forces. Ihre Arbeitserfolge gaben mit den Ausschlag zur Reorganisation des IAB. Anders als die anderen Task Forces, die meist nur aus wenigen Spezialisten bestehen, die zusammen an einem bestimmten Problem arbeiten, war die IETF von Anfang an sehr groß und ihre zahlreichen Mitglieder bearbeiteten viele Probleme gleichzeitig. Sie wurde deshalb in über 20 Arbeitsgruppen unterteilt, die sich jeweils einem bestimmten Problem widmeten. Die Arbeitsgruppen hielten ihre eigenen Treffen ab, um entsprechende Problemlösungen zu formulieren, die sie dann in den regulären Treffen der IETF vorstellten, wo deren Aufnahme in das Internet-Standard-Werk diskutiert wurde. An den IETF-Treffen nahmen oft Hunderte von Personen teil. Die Task Force wurde zu groß, um noch erfolgreich von einem einzelnen Chairman geleitet zu werden. Auf Grund ihrer großen Bedeutung wurde die IETF nach der Reorganisation der IAB zwar beibehalten aber in einzelne Arbeitsgruppen unterteilt. Jede Arbeitsgruppe wird von einem ernannten Vorsitzenden geleitet und verfügt über eine eigene Charta, die die Ziele der Arbeitsgruppe festschreibt und vorgibt, wann welche Dokumente produziert werden sollen. Die IETF-Arbeitsgruppen widmen sich derzeit den folgenden acht Bereichen (Areas):

  • Internet-Anwendungen (Applications)
  • Allgemeines (General)
  • Internet Dienste (Internet)
  • Betrieb und Netzmanagement (Operations and Management)
  • Echtzeitanwendungen und Infrastruktur (Real-Time and Infrastructure)
  • Routing
  • Sicherheit (Security)
  • Transport- und Anwenderdienste (Transport and User Services)

Die Arbeitsgruppen diskutieren ihre jeweiligen Themen per E-Mail über offene Mailinglisten und üblicherweise finden dreimal im Jahr so genannte IETF-Meetings statt, in denen dann persönlich diskutiert werden kann. Nach Beendigung der Arbeit an einem Thema wird die Arbeitsgruppe wieder aufgelöst. Die einzelnen Arbeitsgruppen gehören entsprechend ihrem Themengebiet zu bestimmten Bereichen (Areas). Jeder Bereich wird von einem eigenen Area Director betreut, zu dessen Aufgabe es zählt, die Vorsitzenden der zu dem Area gehörenden Arbeitsgruppen zu ernennen. Der IETF Chairman und die Area Directors bilden die Internet Engineering Steering Group (IESG), die für die Koordinierung der Arbeit in den Arbeitsgruppen Sorge trägt und für den Gesamtbetrieb der IETF verantwortlich ist.

Zu den Aufgaben der IESG zählt weiter auch die Begutachtung und eventuell sich anschließende Genehmigung neuer offizieller Protokollstandards. Zudem entscheidet die IESG auch in Streitfällen darüber, ob ein grober Konsens innerhalb einer Arbeitsgruppe erreicht wurde. Auch die Entscheidung über die Einrichtung neuer Arbeitsgruppen obliegt der Beurteilung durch die IESG. Der Ablauf ist dabei üblicherweise folgender: Zuerst diskutieren interessierte Teilnehmer mit einem Area Director über ein neues Thema. Ein solches erstes Treffen gleichgesinnter Interessenten wird als Birds of a feather-Treffen (BOF) bezeichnet und kann während eines IETF-Meetings abgehalten werden. Im Rahmen eines BOFs werden dann die Probleme diskutiert, welche durch die neu einzurichtende Arbeitsgruppe gelöst werden sollen, und erste Vorschläge für eine Charta dieser neuen Arbeitsgruppe erarbeitet. BOF-Treffen können durchaus auch mehrfach stattfinden, bis klar geworden ist, ob sich genügend Freiwillige zur Gründung einer neuen Arbeitsgruppe finden. Organisation und Arbeitsweise des IETF wurden in mehreren Standarddokumenten (RFCs) festgelegt:

  • RFC 3233 ”Defining the IETF“
  • RFC 3935 ”A Mission Statement for the IETF“
  • RFC 4677 ”The Tao of IETF – A Novice’s Guide to the Internet Engineering Task Force“

Prolog

Teil 3 von 3

In der über der Internetschicht angesiedelten Transportschicht werden Protokollfunktionen zur Verfügung gestellt, mit denen es möglich wird, auf der Basis des einfachen verbindungslosen und unzuverlässigen IP einen verbindungsorientierten und zuverlässigen Transportdienst bereitzustellen. Diese Aufgabe übernimmt das TCP Protokoll, das eine gesicherte Ende-zu-Ende Kommunikation zwischen zwei Kommunikationspartnern bzw. -diensten im Internet ermöglicht, und das zusammen mit weiteren Protokollen der Transportschicht in Kapitel 8 vorgestellt wird.

Die zahlreichen unterschiedlichen Netzwerkdienste, die heute zu unserem täglichen Kommunikationsrepertoire gehören, und die auf dem TCP/IP-Referenzmodell basieren, folgen meist dem sogenannten Client/Server Kommunikationsschema: Ein Client fordert von einem Server eine Information bzw. einen Dienst an. Der Server stellt diese Information bzw. diesen Dienst bereit und liefert sie/ihn dem anfragenden Client aus, sofern dieser bezugsberechtigt ist. Entsprechend ihren Aufgaben werden Namens- und Verzeichnisdienste, Elektronische Post, Dateitransferdienste, Netzwerkmanagement und echtzeitfähige Transportdienste unterschieden, die alle diesem Schema folgen und deren Protokolle in der Anwendungsschicht des TCP/IP-Referenzmodells angesiedelt sind. Sie werden in Kapitel 9 detailliert behandelt.